Rechtstipp vom Anwalt: Aufpassen beim Umzug

Schäden bei Umzügen

Wer sich beim Umzug die Dienste eines professionellen Umzugsunternehmens bedient, der tut gut daran, sich im Vorfeld über die rechtliche Situation zu informieren. Im Falle von Schäden schauen Verbraucher oft in die Röhre. Rechtsanwalt Christopher Richter LL.M.Eur, der im Transportrecht tätig ist, erklärt Ihnen, worauf Sie achten müssen:

1. Für Umzugsunternehmen gilt eine Haftungshöchstgrenze

Die Umzugsfirma haftet gemäß § 451e HGB zunächst nur für einen Höchstbetrag von 620 € je Kubikmeter Laderaum. In einen 7,5 Tonner passen circa 30-35  m³, so dass die Schadensersatzforderung auch bei vollständiger Zerstörung der Ladung auf rund 18.000 € gedeckelt ist. Ohnehin bekommen Sie nur den tatsächlichen Zeitwert der Ladung, der oft darunter liegen wird. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt haben oder sie nicht vor Vertragsschluss auf diese Haftungsbeschränkung hingewiesen worden sind.

Tipp vom Anwalt: Liegt der Wert der Transportgegenstände über diese Summe sollten Sie zusätzlich für den Transport eine Transportversicherung abschließen. Da viele Umzugsunternehmen auch die Schäden durch Dritte und Naturgewalten in ihren AGBs ausschließen, sollten Sie diese Regelwerke aufmerksam lesen.

2. Schäden rechtzeitig innerhalb der Reklamationsfrist rügen

Äußerlich erkennbare Schäden sind spätestens am Tag nach der Ablieferung beim Umzugsunternehmen oder der Spedition möglichst schriftlich zu rügen. Mit äußerlich erkennbar ist gemeint, dass Umzugskartons beschädigt worden sind, Möbel schlimme Kratzer haben oder ein Spiegel zerbrochen ist. Nicht erkennbare Schäden hingegen sind innerhalb von 14 Tagen zu reklamieren. Eine Ausnahme gilt aber, wenn der Umzugsunternehmer sie nicht spätestens bei Ablieferung des Gutes über die Schadensanzeige sowie ihre Folgen bei Unterlassen informiert hat.

Tipp vom Anwalt: Dokumentieren Sie Schäden sauber mit Fotos oder Videos. Besonders wertvolle Gegenstände sollten zudem kurz vor dem Umzug auf ihre Unversehrtheit dokumentiert werden.

3. Haftungsbefreiungen für den Umzugsunternehmer

Es gibt eine Vielzahl von Situationen, in denen der Umzugsunternehmer für Schäden oder Ladungsverlust nicht haften muss.  Dann nämlich, wenn er Geld, Briefmarken oder Wertpapiere transportiert, er das Umzugsgut nicht selber verpackt hat oder lebende Tiere und Pflanzen unter dem Umzugsgut waren.

Hier geht es zu unserem Ressort Transport- und Speditionsrecht

Tipp vom Anwalt: Wer dem  Umzugsunternehmer beim Verladen hilft uns so Umzugsgut sogar selber verpackt, der muss damit rechnen, dass ihm das am Ende nachteilig schadensmindernd ausgelegt wird. Nach einer Entscheidung des Amtsgerichtes Butzbach etwa (Aktenzeichen 5 C 182/00) muss der Auftraggeber sogar die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens auf ihre Arbeitsfähigkeit kontrollieren und bei Ungeeignetheit heimschicken (z.B. starke Alkoholisierung).

Anwalt Transportrecht Würzburg Rechtsanwalt Transport- und Speditionsrecht Würzburg

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